Pausen gehören zum Leben

Pausen gehören zum Leben

Pausen sind ein wesentlicher Bestandteil nicht nur in der Musik, auch im Leben

Minipausen sind ein Reset für Herz und Hirn 

Pausen sind in unserer hektischen Welt zu einer Art seltenem Luxus geworden. Wir hetzen von Aufgabe zu Aufgabe, während Gedanken Karussell fahren und der Körper längst eine rote Warnlampe eingeschaltet hat. Doch Pausen sind keine Zeichen von Schwäche, im Gegenteil, sie sind ein kraftvolles Werkzeug. Besonders die kleinen Pausen, die Minipausen, haben eine erstaunliche Wirkung, um sich wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Dazu reicht es aus dem Fenster ins Grüne zu blicken, oder ein Urlaubsfoto anzusehen, schon schwingen Herz und Hirn im gleichen Rhythmus.

Atmung als Entspannungsübung

Zwischendurch bewusst zu atmen klingt einfach. Vielleicht zu einfach. Aber wir haben es ausprobiert, merkt schnell, dass ein paar ruhige Atemzüge wie ein Reset-Knopf für das Nervensystem wirken. Selbst fällt mir das immer dann besonders auf, wenn ein dichter Terminkalender zu Anspannung vor allem im Schulterbereich führt. Da wird mir wieder bewusst, dass ich in der Sekunde mit tieferer Atmung Abhilfe schaffen kann. Beim Einatmen weitet sich der Brustkorb, der Körper bekommt mehr Sauerstoff und beim Ausatmen sinkt die Spannung ein Stück ab. Diesen kleinen Moment nutze ich als Mikro-Check-in mit mir selbst mit der Frage: „Was braucht mein Körper gerade wirklich?“ Oft reicht das schon, um die innere Geschwindigkeit zu drosseln und sich wieder zu fokussieren. Bewusstes Atmen holt dich aus dem Autopiloten und bringt dich zurück in deine Mitte.

Bewegung als feste Einheit im Alltag

Für viele ist Bewegung ein Punkt auf der To-do-Liste. Für mich ist sie eine feste Einheit, so selbstverständlich wie Zähneputzen. Denn jeder Schritt, jede Dehnung und jede liebevoll eingebaute Mini-Bewegung im Alltag macht mich klarer im Kopf. Bewegung bringt etwas in Gang. Nicht nur Muskeln, sondern auch Gedanken bleiben dadurch flexibel. Sie verhindern, dass sich Stress im Körper festsetzt, und schenken mir das gute Gefühl, wieder im eigenen System zu landen. Ob Spaziergang, Tanzschritt oder ein paar Mal Schulterkreisen zwischen zwei Terminen, Bewegung ist meine unkomplizierteste Form der Selbstfürsorge.

Urlaub schenkt mir Abstand und neue Perspektiven

So wertvoll Minipausen im Alltag sind, so unverzichtbar ist der größere Abstand im Urlaub. Dort verändert sich nicht nur der Ort und der Tagesrhythmus, sondern auch der Blick auf das eigene Leben. Mit etwas Distanz sieht man vieles klarer aus. Themen, die im Alltag enorm wirken, schrumpfen. Wünsche, die leise im Hintergrund flüstern, werden wieder hörbar. Und oft wird deutlich, was wir wirklich brauchen. Urlaub schafft Raum für innere Neuordnung, für frische Impulse und für das Wiederentdecken der eigenen Lebendigkeit nicht nur vorübergehend, sondern langfristig.

Malta war vor Kurzem zum ersten Mal mein Reiseziel. Es gab viele schöne Plätze zu entdecken. Meist sind Kurzurlaube für viele Menschen To-Do- Listen, die sie abhaken. Bei mir entscheidet zuerst das Wetter und dann die Laune, was an einem Tag am Programm steht. Dabei kann es schon vorkommen, dass ich dann mehr als 20.000 Schritte zurücklege. Dafür gibt es dann auch gemütlichere Tage. Was immer einen hohen Stellenwert bei den Besichtigungstouren hat, ist die Pause vom Trubel. Ich liebe einsame Gassen entlang zu schlendern und mich von meiner Intuition führen zu lassen. Besonders mag ich es am Meer zu sitzen und den Wellen zuzusehen. Sie haben eine magische Anziehungskraft für mich. Meer hat die Verbindung mit der Gefühlswelt. Die Meeresluft hat aufgrund der Ionenanreicherung eine stressreduzierende Wirkung. Vielleicht ist es das, was sich mein Körper und meine Seele immer wieder wünschen. Deshalb bevorzuge ich Reiseziele am Meer.

Unfreiwillige Pausen sind, wenn der Körper die Stopp-Taste drückt

Manchmal wählen wir Pausen nicht freiwillig. Manchmal wählt der Körper für uns. Krankheit, Erschöpfung oder ein plötzliches „Es geht nicht mehr“ sind oft hartnäckige Botschafter, die uns auf etwas aufmerksam machen wollen, das wir im Alltag überhört haben. Krankheit oder Unfall fühlen sich selten gut an. Sie können frustrieren, verunsichern oder ausbremsen. Und doch sind sie oft die ehrlichsten Lehrmeister. Sie erinnern uns daran, dass Selbstfürsorge kein „Wenn ich mal Zeit habe“-Projekt ist, sondern die Grundlage unserer Kraft. Wenn der Körper einen Stopp erzwingt, schenkt er uns gleichzeitig die Chance, neu hinzuspüren, für das, was Heilung braucht. Was dürfte leichter sein? Und was möchte ich künftig anders machen, damit ich im Gleichgewicht bleibe? So plötzlich erzwungene Pausen auftreten, so sind sie oft der Anfang einer nachhaltigen, liebevolleren Kunst, mit sich selbst umzugehen.

Auch das konnte ich in den letzten Tagen wieder einmal erleben. Für mich fühlt sich im Bett liegen, wie Zeitverschwendung an. Was ich dadurch geschafft habe, war an einer Konferenz von Pioneers of Change teilzunehmen. Die Einsicht, dass sich viele Menschen mit dem gleichen Thema beschäftigen und ganz unterschiedliche Herangehensweisen zum Erhalt einer lebenswerten Gesellschaft haben, stimmt mich positiv. Jeder_r kann in seinem Bereich wirksam werden und einen Teil dazu beitragen, dass ein wohlwollendes Miteinander auf diesem Planeten gelebt wird.

Ich wünsche dir, dass du die richtige, wohltuende Ruhepause einplanst und die unfreiwillige dich so selten wie möglich zur Ruhe zwingt. Für Fragen kannst du mich gerne hier kontaktieren. Über gemeinsame Auszeiten im FrauenZimmer kannst du dich auf dieser Seite informieren.