Wie passen Holz und Herz zur Pride?
Pride Parade ist schon Pflicht
Habt ihr euch eigentlich schon mal überlegt, wie unpraktisch so ein Brett vorm Kopf ist? Auch so rein ergonomisch gesehen. Man sieht nix, man rennt ständig irgendwo dagegen. Draußen laufen immer noch erschreckend viele Menschen mit Eiche rustikal vor den Augen und in Gedanken herum. Und genau das ist der Grund, warum ich mich auch dieses Jahr wieder in Schale werfe, samt sexy Kniestrumpf und bei der Pride Parade mitmarschiere. Es ist mir wichtig, weil ich finde, wir müssen dringend ein paar Bretter und Grenzen einreißen.
1. Weil Bretter vorm Kopf Grenzen erzeugen
Wenn man ein Brett vorm Kopf hat, sieht man nur bis zur eigenen Nasenspitze. Dahinter fangen dann die Vorurteile an. Es werden gedankliche Mauern gebaut und Grenzen gezogen, wo eigentlich gar keine sein müssten. Die Pride ist für mich wie eine riesige, bunte Möglichkeit, gegen diese mentalen Blockaden. Wir zeigen dort einfach, wie schön, weit und grenzenlos die Welt sein kann, wenn man das Holz, das früher einmal noch modisch war, mal weglässt und stattdessen sein Mindset aufmöbelt und den Blick öffnet.
2. Weil Liebe keine Anatomiestunde braucht
Wann warst du das letzte Mal so richtig verliebt? Also ich liebe ja mit ganzem Herzen. Und einem Herz ist völlig egal, welches Chromosomenpaar oder welches Geschlecht das Gegenüber hat. Liebe kommt tief aus dem Herzen, sie pulsiert, sie macht das Leben bunt und aufregend. Und das Herz braucht keinen Pass und keine Geschlechterrolle, um zu wissen, wo es hingehört. Liebe ist einfach Liebe. Punkt.
Dass es 2026 überhaupt noch notwendig ist, für die gleichen Rechte auf die Straße zu gehen, ist kein gutes Zeugnis für die Mehrheit der Gesellschaft. Wir sollten unbedingt dazu übergehen, unserem Gegenüber neugierig zu begegnen, statt voller Angst und Hass eine Mauer aufzuziehen.
3. Weil die Akzeptanz der coolsten Wert einer Gesellschaft überhaupt ist
Es geht bei der Pride nicht um eine bunte Party (obwohl der Glitzerfaktor und die ausgelassene Stimmung hinter den Trucks mit dröhnender Musik natürlich phänomenal ist). Es geht um die Werte unserer heutigen Gesellschaft. Was wollen wir denn sein? Eine verstaubte, verbitterte Menschheit, die darauf achtet, wer wen wie liebte? Oder wollen wir eine Gesellschaft sein, die auf Akzeptanz, Respekt und Vielfalt aufbaut? Ich bin ganz klar für Team Akzeptanz! Denn eine Gesellschaft, in der jeder so sein darf, wie er ist, lebt einfach unbeschwerter, fröhlicher und auch humorvoller. Demokratie gibt uns die Freiheit, ein Leben zu gestalten, das unseren Werten entspricht.
Auch wenn ich selbst nicht der LGBTIQ+ Community angehöre, akzeptiere ich jede Person. Als Elterngeneration (oder auch schon Großeltern) sehe ich es als unsere Aufgabe, ein positives Vorbild in Sachen Offenheit und Toleranz zu sein. Unsere Kinder haben es verdient, geliebt zu werden.
Deshalb gehe ich auf die Pride. Wir wollen im Grunde alle dasselbe. Glücklich sein, geliebt werden und ohne Bretter vorm Kopf durchs Leben gehen.
Hab eine bunte Zeit